leben aus dem herzen Startseite
leben aus dem herzen Lebenslauf
leben aus dem herzen Roberto Assagioli
leben aus dem herzen Ein Weg des Herzens
  Weisheiten
leben aus dem herzen Seminarinhalte
leben aus dem herzen Artikel
leben aus dem herzen Seminarprogramm
leben aus dem herzen Kontakt



GRUNDGEDANKEN ZUM LEBEN UND ZUR ENTFALTUNG MENSCHLICHEN BEWUSSTSEINS

Ist es nicht verwunderlich, dass ein guter Astrologe, der nichts von einem Menschen weiß, außer Ort und Zeitpunkt seiner Geburt, mit großer Klarheit ein Bild des Vaters und der Mutter des betreffenden Menschen vermittelten kann. Das heißt, dass der Mensch bei seiner Geburt ein Bild seiner Eltern in sich trägt und die Seele offensichtlich absichtsvoll den Vererbungsstrom wählt, der für ihre Entwicklung der richtige ist .Es besteht eine Resonanz zwischen dem, was in einem Menschen veranlagt ist und den Lebensumständen, in die er hineingeboren wird. Oder auch, alles was uns begegnet, tragen wir in uns.

Ein Kind ist also kein unbeschriebenes Blatt, es kommt mit einer Fülle von Entwicklungsmöglichkeiten auf die Welt und gewisse Entwicklungstendenzen sind veranlagt. Das Neugeborene ist wie ein Zentrum reinen Bewusstseins - ein offenes System, eingebettet in Vertrauen, voll Hingabe ans Leben und seiner Umgebung und seinen Bezugspersonen rückhaltlos ausgeliefert.

Prägung und Differenzierung sind dann wie eine Einengung dieses Bewusstseinsfeldes, und auch diese Beschränkung ist veranlagt

Die Anpassung an das "System" ist für das Kind überlebensnotwendig und so orientiert es sich an den großen, starken, mächtigen Erwachsenen, die scheinbar alles wissen und können - es ahmt nach, was ihm vorgelebt wird. Es ist ein sich "Arrangieren" mit der Familie, mit der Gesellschaft und ein sich Trennen vom eigenen, wahren Wesen. Und es braucht die Liebe und die Zuwendung von außen um zu überleben. Aus Angst, diese Liebe zu verlieren - und diese Angst ist lebensbedrohlich - lernt es, sich zu verleugnen, zu verkaufen. Es lernt, dass es Strategie und Manipulation braucht, um zu überleben.

So entwickelt sich unsere "Persönlichkeit". Sie ist die Art und Weise, wie wir uns in der Welt ausdrücken, sie ist aber auch die Linse durch die wir die Welt wahrnehmen. Später erleben wir oft schmerzhaft, wie beschränkt und wenig geeint unsere Persönlichkeit agiert und reagiert. Wir stoßen an Grenzen und erleben Schmerz und Verunsicherung. Es ist die verwirrende Erfahrung: "Ich bin nicht ich selber und ich weiß nicht, wer ich bin."

Doch es gibt Augenblicke, Erfahrungen, die hinführen zu diesem Selbst, zum "ich selber sein". Es sind Erlebnisse des Lebendig-Seins, die Erfahrung von wirklicher Freude, des Einsseins aber auch von tief empfundenem Schmerz. Dann bröckelt diese Mauer, in der wir uns so oft gefangen fühlen. Es passiert, wenn wir uns verlieben, berührt werden in der Tiefe unseres Wesens durch einen anderen Menschen, durch die Natur, durch ein Kunstwerk. Sie bröckelt auch durch einen Schicksalsschlag, in einer Krise.

Schmerz und Freude führen uns zurück zu unserem wahren Wesen. Die Freude ist uns geschenkt, wir nehmen sie hin, ganz selten nur kann sie unsere Einstellung zum Leben wirklich verändern.

Der Schmerz ist's, der uns wachsen lässt. Schmerz hat mit Trennung zu tun -ich fühle mich getrennt von mir selber, von meiner Umgebung, ja letztlich vom Göttlichen. Je tiefer der Schmerz, desto tiefer das Gefühl der Trennung. Gleichzeitig ist im Schmerz eine tiefe Sehnsucht, diese Trennung aufzulösen, zurückzufinden zu Liebe, Freude und Einssein.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in jedem Menschen diesen "Urschmerz" der Trennung gibt, tiefste Gefühle von Verlassenheit, Hoffnungslosigkeit, Ausweglosigkeit, Ausgeliefertseins überdeckt von Angst, Wut und Traurigkeit

Er wird in bestimmten Lebenssituationen ausgelöst und führt uns zu diesem einsamen, verlassenen Kind das nach Liebe hungert und das immer Teil unserer Persönlichkeit war und ist. Sich dieses Kindes anzunehmen, dieser schmerzlichen Gefühle, sie zu achten und zuzulassen, das ist der Weg zur Heilung und zum Ganzwerden, zu unserem wahren Wesen, zum Ursprung.

So können wir zurückfinden zu dem unschuldigen, zarten, verletzlichen, einzigartigen und so unglaublich kraftvollen, innersten göttlichen Wesenskern, der in uns ruht. Mir fällt in diesem Zusammenhang das Christuskind in der Krippe ein - so schlicht, so einfach, so strahlend - und dieses Bild hat die Welt bewegt, seit zweitausend Jahren! Und Angelus Silesius, der sagt, dass dieses Kind in uns geboren werden muss.

Diese "Heimreise" wird initiiert vom Höheren Selbst, dem Urgrund unserer Seele. Es ist ein Bewusstwerdungsprozess, der hinführt zur Erkenntnis von Sinn und Bedeutung menschlichen Lebens, hin zu mehr Liebe. Dieser Weg ist oft mühsam, weit und schmerzhaft und nicht jeder ist bereit, ihn zu gehen- ein Weg des Loslassens und der Verwandlung von dem oder der wir zu sein glauben zu dem oder der wir sind.

Die wunderbare Entdeckung ist, dass wer wir in unserem tiefsten Wesen sind, dieses Kind Gottes, so viel größer ist als unsere Persönlichkeit. Dieses Kind ist Liebe - pur. Und in der Liebe hat alles Platz, alle Ängste, alle Zweifel. Dieses ursprüngliche Potential des Menschen, die Liebe, ist immer da, doch sie will entdeckt werden .Sie ist überdeckt von vielen Verletzungen und Ängsten und all den Abwehrmechanismen, die wir uns wie einen Schutzmantel zugelegt haben.

Als kleines Mädchen, als kleiner Junge kamen wir irgendwann zur Überzeugung: "Ich werde nicht geliebt und ich muss alles tun, um geliebt zu werden". Damals brauchten wir die Liebe von außen, um zu überleben. Und aus Angst, die Liebe zu verlieren, lernten wir, uns zu verraten, zu verkaufen, zu verleugnen. So laufen wir der Liebe nach und laufen ihr eigentlich davon und erschöpfen uns dabei. Machen, Tun, mehr Leistung, mehr Erfolg, schneller, besser, schöner, größer, weiser, klüger - dann werde ich geliebt. Und wir verstricken uns in diesem Kampf, in der Kontrolle, in äußeren und inneren Zwängen.

Unser Herz, da wo die Liebe wohnt, sagt: "Lass los, Du bist ja schon da, hier und jetzt findet Dein Leben statt und wird sich in Vollkommenheit entfalten, wenn Du es nur zulässt."

Wann immer ich Menschen hinführe in ihr Innerstes, zur Weisheit ihres Herzens (es waren schon viele Hundert) und sie frage: "Was ist Dir wirklich wichtig? Was möchtest Du erreichen? Was ist Deine tiefste Sehnsucht? So sind die Antworten sehr ähnlich und sehr einfach (niemand will ein neues Auto!). Es ist: Ruhe, Geborgenheit, Liebe, Frieden.

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs und der Neuorientierung auf allen Ebenen. Da ist Hoffnungslosigkeit und Hoffnung. Es wird viel davon gesprochen, wie sehr wir eine neue Art zu denken, eine neue Sprache, einen neuen Umgang miteinander, eine neue Beziehung zur Natur brauchen. Viele wunderbare Erkenntnisse und Wege tun sich auf. Ich möchte gerne einem Grundsatz aus der Psychosynthese vertrauen, der da heißt: "Das Potential ist immer größer als die Probleme."

Im Einstein Gedenkjahr 2005 haben einige bedeutende Wissenschaftler unserer Zeit eine Gedenkschrift herausgegeben (Potsdamer Denkschrift 2005). Es geht um eine Neuorientierung durch die Weiterentwicklung der Erkenntnisse der Quantenphysik, eine mögliche Zukunft der Menschheit und des menschlichen Bewusstseins. Der Schlusssatz dieser Schrift lautet:

Wir müssen fortfahren, neues Wissen zu schaffen, das Lebendigkeit vermehrt erblühen lässt. Wir können uns darauf verlassen, dass diese Kraft in uns wirkt. Denn die Allverbundenheit, die wir Liebe nennen können und aus der Lebendigkeit sprießt,
ist in uns und in allen Anderen von Grund auf angelegt.

Also machen wir uns auf die Suche! Wenn wir bereit sind loszulassen und lernen zu vertrauen in diese Kraft, die größer und weiser ist als wir, dann wird sie uns finden, die LIEBE.